Karin Wiesendanger – Eile Mit Weile
10. August – 24. August 2012
Opening: 10. August 18.00 – 23.00h
Parkplatz Schiffbau, 8005 Zürich
Öffnungszeiten:
Montag – Freitag: 17h – 19h
Samstag : 15h – 18h
Es sollte ursprünglich eine Dokumentation über das Thema Arbeit werden am vielbesuchten Flughafen Zürich. Zahlreiche Szenen und Drehstunden bildeten sich aber unvermeidbar zu einem Bilder- und Tonkoloss. Was daraus entstanden ist, trägt den Titel «Eile mit Weile» und ist eine Videoarbeit der Künstlerin Karin Wiesendanger. Die «Dokufiktion» zeigt alltägliche Szenarien, die sich in einem Flughafen abspielen. Die Spannung und Neugierde der Wartenden in den Ankunftshallen dürfen nicht fehlen, wie auch die fast schon notorische Haltung der Damen an den Check-Ins. Die Künstlerin geht aber auch hier einen Schritt weiter und verleiht einigen nicht ganz unfreiwilligen Darstellern eine Stimme. Diskussionen entstehen, die mit Witz, wie etwa durch Dialoge des deutschen Meisters des Humors Loriot, als auch Nonsens, die die Eintönigkeit in einem Flughafen zu verringern scheinen. „Im Gegensatz zu meinen anderen Arbeiten, zeichnet sich der Humor in «Eile mit Weile» besonders ab“, erzählt Wiesendanger. Dennoch sei Humor keine Voraussetzung für ihr Schaffen. Es sei aber nun mal so, dass der eigene Charakter, oftmals eine Arbeit oder ein Werk prägen würde, beteuert sie weiter. «Ich habe einen schwarzen, ironischen Humor und liebe Situationskomik. Möglicherweise kommt er hier etwas zum Vorschein.»
Als Betrachter nimmt man während des gesamten knapp zehnminütigen Videos eine anonyme Position ein und schlüpft dabei eher in die Rolle des Beobachters hinein, ja sogar des Spähers, als in jene des Zuschauers. Man wartet, hört oder schaut auch zu. In «Eile mit Weile» treffen Zufall und Absicht aufeinander, wie auch Fiktion und Realität. «Eile mit Weile» zeigt aber auch Menschen, so wie sie eben sind, in einem wunderbar kurzen Moment ihres Lebens – eine Collage verschiedenster Charakter.
Zu Beginn ihres künstlerischen Werdeganges befasste sich Karin Wiesendanger mehrheitlich mit der Malerei und Zeichnung. Davon zeugen zahlreiche Bilder, die die Künstlerin bereits vor ihrem Antritt an der Schule für Kunst und Mediendesign F+F in Zürich im Jahr 2007 fertig gestellt hatte. «Ich habe schon sehr früh mit dem Malen und dem Zeichnen angefangen. Es war für mich folglich klar, dass ich nach der obligatorischen Schulzeit beruflich etwas Kreatives machen wollte», sagt Wiesendanger. Ihr künstlerisches Schaffen hat sich während ihrer Zeit an der F+F stetig erweitert, was dazu geführt hat, dass sich ihr Oeuvre mittlerweile aus unterschiedlichen Kunstmedien wie die Fotografie oder Video zusammensetzt. Ergänzt wird jenes zudem noch durch Installationen. «Am Anfang meines Studiums dachte ich, dass ich mich spätestens bei meiner Diplomarbeit für ein einziges Medium entscheiden müsste. Als es dann so weit war, stellte ich fest, dass das nicht zwangsläufig der Fall sein muss.» 2011 hat die Künstlerin ihr Diplom in Bildende Kunst gemacht.
Karin Wiesendanger ist sowohl eine Beobachterin, als auch eine Sammlerin. Ihre Werke setzen sich aus einer vielfältigen Auswahl solcher Bilder, Gedanken oder Augenblicke zusammen, die grundlegend ineinanderfliessen und sich so gegenseitig vervollkommnen. So kreiert sie neue Geschichten, die wiederum auch hier als Collagen betrachtet werden können. Trotz allem aber beteuert Karin Wiesendanger, einen Zwischenraum bzw. einen Leerraum in ihren Arbeiten beibehalten zu wollen. Das Unsichtbare oder Weggelassene bekommt dabei vielleicht mehr Gewicht und kann als Geheimnis betrachtet werden. «Wichtig ist nicht nur, was im Bild oder auf dem Foto zu sehen ist, sondern was sich über diesen Bildausschnitt hinaus befindet. Dass man das optisch nicht sehen kann erfordert Fantasie und kann wohlmöglich den Reiz einer Arbeit ausmachen», ist sich die Künstlerin sicher.
Die Vernissage findet am 10. August ab 18 Uhr statt.
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Text: Laura Indorato Erba








